Ende August 2026 starteten die EB Zürich und die Forschungsstelle des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft e.V. ein gemeinsames Innovationsprojekt zum Thema «Künstliche Intelligenz im Lehrbetrieb». Movetia unterstützt das Vorhaben.
Wie können Berufsbildner/-innen Künstliche Intelligenz nicht nur kennenlernen, sondern auch sinnvoll in den Ausbildungsalltag einbinden und Lernende kompetent im Umgang mit KI begleiten? Dieser und weiteren Fragen gehen die EB Zürich und die Forschungsstelle des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft (BWHW-Forschungsstelle) im neuen Projekt «KI im Lehrbetrieb – Pilotierung eines praxisintegrierten KI-Lernpfades für Ausbildner» nach. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines modularen KI-Lernpfades: ein strukturiertes Online-Selbstlernprogramm, das Berufsbildnerinnen und Berufsbildner Schritt für Schritt an die Anwendung künstlicher Intelligenz im Lehrbetrieb heranführt. Die einzelnen Module vermitteln praxisnahes Wissen und ermöglichen eine flexible Bearbeitung im eigenen Tempo.
Bedarf in der Berufsbildung
Der KI-Lernpfad soll öffentlich und kostenlos auf der Lernplattform Moodle verfügbar sein. Geplant sind Lernimpulse zu Themen wie generative KI, Prompting, kritische Prüfung von KI-Ergebnissen oder Ethik, sowie Informationen zum Thema Datenschutz, ergänzt durch Fallbeispiele und Aufgaben, die direkt im Ausbildungsalltag anwendbar sind. «Das Vorhaben ist besonders spannend, weil es die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und der Schweiz berücksichtigt und gleichzeitig dazu beiträgt, die KI-Kompetenzen in beiden Ländern nachhaltig zu stärken», erklärt Daniela Evermann, Leiterin der BWHW-Forschungsstelle. Zwar existieren zahlreiche KI-Einführungskurse, doch berücksichtigen diese selten konkrete Anwendungskontexte oder Lehr-Lernsituationen, in denen Berufsbildner/-innen agieren. Gleichzeitig wird es immer wichtiger, dass Berufsbildner/-innen einen kompetenten und kritischen Umgang mit KI vermitteln. «Diese Lücke wollen wir schliessen», so Projektmitarbeiterin Ricarda T.D. Reimer vom Digital-Learning-Team der EB Zürich.
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«Unser Ziel ist nicht, einen weiteren KI-Kurs zu entwickeln. Wir wollen herausfinden, wie KI-Lernen gestaltet sein muss, damit es im Arbeits- und Ausbildungsalltag tatsächlich Wirkung zeigt.»
Internationale Zusammenarbeit bringt neue Impulse
Mit einem gemeinsamen Kick-off begann Ende August 2026 die internationale Kooperation. In den kommenden Monaten analysiert das Projektteam bestehende KI-Lernangebote, entwickelt branchenübergreifende Anwendungsfälle und konzipiert den modularen Lernpfad. Danach wird dieser in Lehrbetrieben in der Schweiz und Deutschland getestet und optimiert. Die Erkenntnisse sollen in zukünftige KI-Weiterbildungen einfliessen.
Das Projektteam hat das Projekt bei Movetia, der nationalen Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungsbereich, eingereicht. Movetia beurteilte das Vorhaben als besonders unterstützungswürdig und fällte einen positiven Förderentscheid, der die Umsetzung ermöglicht. «Die Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinweg ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Deutschland und die Schweiz verfügen über etablierte Berufsbildungssysteme und bringen unterschiedliche Erfahrungen ein. Das bereichert nicht nur die Entwicklung des Lernpfads, sondern auch künftige Projekte in der Berufsbildung», so Projektmitarbeiterin und Digital-Learning-Expertin Silvia Mensing.
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