Erste Absolventinnen und Absolventen schliessen Integrationsvorlehre erfolgreich ab

Tags: Integrationsvorlehre

13. August 2019 / Redaktion

Nach dem richtungsweisenden Vorprojekt «Integrationsvorlehre Logistik» haben im Kanton Zürich 94 anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen im Schuljahr 18/19 eine Integrationsvorlehre absolviert.

Integrationsvorlehre

Am 23. August erhalten die 68 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen an der EB Zürich ihren Kompetenznachweis – ein Grossteil von ihnen hat bereits eine Lehrstelle in Aussicht.

Mit der besseren Arbeitsintegration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen soll das Potenzial an Arbeitskräften besser ausgeschöpft und das Risiko der Sozialabhängigkeit gesenkt werden. Es ist den 18 vom Bund beauftragten Kantonen überlassen, wie sie die Integrationsvorlehre gestalten. Das Zürcher Modell steht unter der Leitung des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes und wurde in Zusammenarbeit mit der kantonalen Berufsschule für Weiterbildung des Kantons Zürich – EB Zürich – sowie mit weiteren kantonalen Berufsschulen, Berufsverbänden und Unternehmen entwickelt und nun erstmals durchgeführt.

Integrationsvorlehre

«Diese Menschen bringen viel mit»

Die EB Zürich hatte bereits im Vorprojekt «Integrationsvorlehre Logistik» federführend mitgewirkt. Massimo Romano, Leiter Arbeitswelt an der EB Zürich, zeigt sich erfreut über den Erfolg: «Nach den positiven Erfahrungen im Vorprojekt sind wir auch mit der ersten offiziellen Durchführung sehr zufrieden. Die Integrationsvorlehre basiert auf der Grundphilosophie ‹Lernen im Kontext› und orientiert sich an den Ressourcen der Teilnehmenden, nicht an ihren Defiziten. Diese Menschen haben sich in vielen Situationen durchs Leben geschlagen, die weitaus schwieriger sind, als sie in einem geordneten Schulbetrieb je vorkommen. Damit sie hier bei uns den Anschluss schaffen, orientieren wir uns an ihren Stärken.»

In Zürich setzt man auf das duale Modell

Bei der Integrationsvorlehre handelt es sich um ein Brückenangebot zur Berufsbildung. Damit soll den Interessierten der branchenspezifische Einstieg in verschiedene Berufsfelder ermöglicht werden: Detailhandel, Logistik, Gastronomie, Gartenbau, Gebäudetechnik, Betriebsunterhalt, Gleisbau, Automobilbranche und Gebäudereinigung. Die einjährige Vorlehre ist dual aufgebaut. Die Teilnehmenden erwerben grundlegende Kompetenzen in einem bestimmten Berufsfeld. Dafür verbringen sie anderthalb Tage pro Woche in der Berufsfachschule und die restliche Zeit im Betrieb. Die schulischen Module sind praxisorientiert und sollen die Teilnehmenden darin bestärken, ihre beruflichen Kompetenzen zu verbessern: Deutsch allgemein, Informations- und Kommunikationstechnik, Mathematik, Normen und Werte, Arbeiten in der Schweiz und Lernwerkstatt. Massimo Romano: «Die Kompetenzprofile und den entsprechenden Schulstoff haben wir bereits im Vorprojekt in enger Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden entwickelt. Heute können wir die positiven Erfahrungen der damaligen Pionierarbeit multiplizieren.»

Integrationsvorlehre

Alle Beteiligten profitieren

Die 94 Teilnehmenden der ersten Zürcher Integrationsvorlehre sind zwischen 18 und 40 Jahre alt und stammen aus den verschiedensten Ländern. 80% der Absolventen und Absolventinnen haben einen Lehrvertrag erhalten und starten diese Tage ins erste Lehrjahr. Die erfreulichen Rückmeldungen zur ersten Durchführung sind ermutigend und sprechen für die Fortsetzung des vom Bund befristeten Pilotprogramms. Die berufliche Integration von geflüchteten Menschen ist auch volkswirtschaftlich ein Gewinn, denn es profitieren alle Beteiligten: die Integrationswilligen, die Branchen und Betriebe, die Kantone und der Bund sowie letztlich die Gesellschaft.

Am 19. August startete im Kanton Zürich die zweite Durchführung der Integrationsvorlehre – über 80 Integrationsvorlehrverträge sind eingetroffen.

Medienmitteilungen

Top motivierte Flüchtlinge

Tags: Integrationsvorlehre

27. Februar 2019 / Redaktion

Die NZZ berichtet heute auf der Frontseite des Wirtschaftsteils über «beachtliche Erfolgsquoten» beim «Schweizer Projekt der Flüchtlingsvorlehre». Das deckt sich auch mit den Erfahrungen der EB Zürich, die derzeit 75 Flüchtlinge in ihrer Integrationsvorlehre ausbildet.

Integrationsvorlehre

«Wie viele den Sprung in eine reguläre Lehre schaffen, werden wir in ein paar Wochen wissen», sagt der zuständige Bereichsleiter Massimo Romano. Die im Artikel genannte Erfolgsquote von 60 bis 80 Prozent hält Romano für realistisch. Die NZZ berichtet von durchwegs positiven Erfahrungen mit der neuen Integrationsvorlehre (INVOL) in den Kantonen Schaffhausen, Zug und Solothurn. Und folgert: «Trotz hohen Hürden scheint die Mehrheit der Teilnehmer gute Chancen zu haben, eine reguläre Berufslehre zu finden.»

Dass die EB Zürich im Auftrag des Kantons Zürich bereits von 2016 an einen Pilotkurs im Berufsfeld der Logistik durchgeführt und damit Pionierarbeit für die Entwicklung des Ausbildungskonzeptes geleistet hat, kommt in dem Artikel leider nicht zur Sprache.

Das Pilotprojekt des Kantons Zürich war für die Planung, Konzeption und Vorbereitung der INVOL massgebend. Die EB Zürich führt gegenwärtig für 8 Berufsfelder den Schulunterricht in Zusammenarbeit mit anderen kantonalen Berufsfachschulen durch: Die 75 Flüchtlinge lernen seit August am Standort Zürich Altstetten Deutsch, Mathematik, Branchen- und Berufskunde, ICT-Kenntnisse, Allgemeinbildung und mehr.

Die Ausbildungsverantwortlichen bestätigen, dass die Integrationsvorlehrlinge sehr motiviert sind, wie es in dem NZZ-Artikel heisst. Dieser trägt gar den Titel: «Stärker motiviert als Schweizer Lehrlinge».

Medienmitteilungen

Profilierungschance Integrationsvorlehre für Flüchtlinge

Tags: Integrationsvorlehre

21. November 2018 / Redaktion

Integrationsvorlehre für Flüchtlinge

Neue Chance für junge Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene: Seit diesem Sommer können sie eine sogenannte Integrationsvorlehre absolvieren. Die am Projekt teilnehmenden Betriebe profitieren auf vielfältige Weise. Interessierte erfahren an zwei Infoveranstaltungen wie und weshalb.

Oft sind sie jung und ehrgeizig und wollen in diesem neuen Leben hierzulande auch beruflich etwas erreichen. Manchmal bringen sie einen guten schulischen Rucksack und vielfältige praktische Erfahrungen aus ihren Heimatländern mit. Doch wie schaffen junge Flüchtlinge hier den Sprung ins Berufsleben? Oft mangelt es dafür an Sprachkenntnissen, technischem Know-how, Branchenkenntnis, Grundlagenwissen über das Schweizerische (Bildungs-)System oder einem schulischen Abschluss. Es fehlt schlicht an den Voraussetzungen für eine Berufslehre.

Eintrittskarte in den Arbeitsmarkt

Die neue Integrationsvorlehre schliesst eine Lücke in der Schweizer Bildungslandschaft. Ihr Ziel: den Übertritt in die reguläre Lehre vorbereiten – und damit jungen Zugewanderten einen Berufsabschluss ermöglichen. Die Integrationsvorlehre (INVOL) ist eine einjährige, praxisorientierte Vorbereitung auf die Berufslehre; dafür arbeiten die Teilnehmenden einerseits in einem Vorlehrbetrieb, andererseits besuchen sie die Berufsfachschule. Seit diesem Sommer profitieren im Rahmen eines Pilotprojekts im Kanton Zürich die ersten rund 100 jungen Zugewanderten von dieser Möglichkeit.

Die EB Zürich als Vorreiterin

Die EB Zürich war an der Planung, Konzeption und Vorbereitung der INVOL massgeblich beteiligt und führt für 8 Berufsfelder den Berufsfachschulunterricht durch: 75 Integrationsvorlehrlinge lernen seit August am Standort Zürich Altstetten Deutsch, Mathematik, Branchen- und Berufskunde, ICT-Kenntnisse, Allgemeinbildung und mehr. Die ersten Erfahrungen sind durchwegs positiv. «Die Integrationsvorlehre ist sehr erfreulich angelaufen», sagt Massimo Romano, verantwortlicher Bereichsleiter an der EB Zürich; die Lernenden seien motiviert, die Zusammenarbeit mit den anderen Berufsfachschulen erweise sich als fruchtbar und das Projekt werde auch von Seiten des MBA gut unterstützt.

Chance für Betriebe

«Sehr erfreulich ist, dass so viele Lehrbetriebe rasch auf das neue Angebot eingestiegen sind», betont Romano. Der grosse Zuspruch von Seiten der Ausbildungsbetriebe sei alles andere als selbstverständlich. «Aber es handelt sich ja auch nicht um ein karitatives Projekt, sondern die teilnehmenden Betriebe erhalten einen konkreten Nutzen.»

Lehrbetriebe, die sich für die INVOL engagieren und Integrationsvorlehrplätze zur Verfügung stellen wollen, profitieren in verschiedener Hinsicht:

  • sie übernehmen eine vorzeigbare Pionierrolle im Bereich der Integration von Flüchtlingen
  • sie erhalten motivierte Mitarbeitende mit einem beruflichen Ziel vor Augen
  • sie unternehmen aktiv etwas gegen den Fachkräfte- und Nachwuchsmangel – in der Branche und im eigenen Betrieb

Kontakt:

Informationsveranstaltungen zur Integrationsvorlehre (INVOL) für Flüchtlinge

Über die nächsten vier Jahre sollen in der ganzen Schweiz bis zu 3600 INVOL-Plätze zur Verfügung gestellt werden. Wer sich für das Projekt, die Voraussetzungen für eine Teilnahme oder die ersten Erfahrungen interessiert, kann eine der folgenden Informationsveranstaltungen an Berufsinformationszentren (biz) besuchen:

Interessierte erhalten insbesondere Auskünfte auf folgende Fragen:

  • Welche Voraussetzungen müssen die Interessenten mitbringen?
  • Wie läuft das Aufnahmeverfahren ab?
  • Wie wird die Eignung im Vorlehrbetrieb überprüft?
  • Wie werden persönliche, schulische und sprachliche Voraussetzungen abgeklärt?

Integrationsvorlehre für Flüchtlinge

Tags: Integrationsvorlehre

1. Juli 2018 / Redaktion

Integrationsvorlehre als Vorbereitung auf die Berufslehre

Agid Ali bei der Firma Planzer

Ab August bieten 18 Kantone anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen eine einjährige Integrationsvorlehre, um sie gezielt auf eine Berufsausbildung vorzubereiten. Geplant ist, über vier Jahre bis zu 3600 Plätze zur Verfügung zu stellen.

Das Pilotprogramm Integrationsvorlehre basiert auf einem Beschluss des Bundesrates. Ab August 2016 wurde im Kanton Zürich zusammen mit der Firma Planzer ein Vorpilot umgesetzt, wofür die EB Zürich mit Massimo Romano den schulischen Teil entwickelt hatte.

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