Die DLH-Community feiert ihr tausendstes Mitglied

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14. Juli 2021 / Céline Camenzind

Anfang Juli ist Mirjam Witzemann als tausendstes Mitglied unserer Digital Learning Hub-Community beigetreten. Was sie dazu bewegt hat, was sie sich daraus erhofft und was sie vom vergangenen – digital geprägten – Jahr mit in die Zukunft nehmen möchte, erzählt sie im Videointerview.

 


Mirjam Witzemann, tausendstes Mitglied der DLH-Community, Deutsch- und Englischlehrerin an der Kantonsschule Zürich Nord © Céline Camenzind

 

Flüchtlinge schliessen Lücken bei Handwerksberufen

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5. Juli 2021 / Jürgen Deininger

Integrationsvorlehre für Flüchtlinge

Liyagat Moradi, Fleischassistent aus Afghanistan © Foto Joël Hunn (SonntagsZeitung)

Seit ihrem Start 2018 haben schweizweit rund 1600 Flüchtlinge die Integrationsvorlehre besucht und mehrheitlich nach diesem einjährigen Brückenangebot eine Anschlusslösung in Form einer Lehrstelle gefunden.

Die SonntagsZeitung porträtiert in ihrer Ausgabe vom 4. Juli 2021 den Werdegang von drei jungen Flüchtlingen und zeigt an ihrem Bespiel auf, wie junge Flüchtlinge zunehmend in Mangelberufen tätig werden, sich nachhaltig in den Schweizer Arbeitsmarkt integrieren und so die Kosten für die Sozialhilfe reduzieren.

Im Nebenberuf an einer Berufsfachschule unterrichten

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5. Juli 2021 / Céline Camenzind

Elvis Bitici ist Polimechaniker in der Flugsimulationsbranche und unterrichtet seit einer Weile nebenbei an einer Berufsfachschule. Bitici wollte schon immer Lehrer werden und als ihm angeboten wurde, stellvertretend zu unterrichten, hat er mit seiner Entscheidung nicht gezögert. Von Anfang an liebte er den Unterricht. Doch er wusste, dass er einen Kurs absolvieren muss, um dieser neuen Tätigkeit langfristig nachzugehen. Also entschied er sich, das DIK Lehrdiplom in der Berufsbildung an der EB Zürich zu machen.

Besser, schneller und effizienter

Auf die Frage, wie sich sein Unterricht seit Beginn des DIK Lehrdiploms verändert hat, meint Bitici: „Ich kann mich besser strukturieren.“ Vor allem auch nach dem Unterricht habe er weniger Aufwand und sei effizienter geworden. Administrative Aufwände fallen ihm einfacher und er könne diese schneller erledigen. Allgemein sei er nun viel besser, schneller und effizienter als vor dem Kurs. Auch im Unterricht an der EB Zürich hat Bitici sehr viel dazugelernt. „Am Anfang des DIK Lehrdiploms habe ich nur immer Fragen gestellt. Mit der Zeit konnte ich auch Inputs geben und so zum Unterricht beitragen.“

Geringe Belastung neben der Arbeit

Da das Modul jeweils am Samstag stattfand konnte Bitici seinen Beruf und die Weiterbildung ohne Problem unter einen Hut bringen. „Das Unterrichten ist wie ein Hobby für mich. Deshalb hat mir der Kurs immer Spass gemacht“, meint der Familienvater. Vier Webinare fanden am Abend statt. Doch da Bitici dies schon im Voraus wusste, konnte er sich das gut einrichten.

Vielseitiges Dozenten-Trio

Besonders gefallen hat Bitici, dass er das Gelernte gleich in seinem eigenen Unterricht umsetzen und ausprobieren konnte. Das Portfolio zu führen, war wie ein Tagebuch für ihn. „Wenn man es vorzeitig immer macht, ist es auch kein Stress“, so Bitici. Ausserdem werde so die Theorie mit der Praxis verknüpft und das eigene Unterrichten reflektiert. Auch die Rollentausche im Unterricht empfand er als bereichernd. Spannend fand Bitici die Kombination der Dozierenden; ein Psychologe, ein Koch (auf Methoden spezialisiert) und ein Architekt (auf Didaktik spezialisiert). „Die Dozenten brachten ganz verschiedene Sichtweisen in den Unterricht ein. Diese Vielseitigkeit hat mir wirklich sehr viel Spass gemacht in diesem Kurs“, lobt Bitici.

Fortführung des DIK Lehrdiploms an der EB Zürich

In Kooperation mit der PH Zürich findet der Kurs auch weiterhin an der EB Zürich statt. Der nächste Lehrgang startet am 23. September 2021. Er richtet sich an Personen mit einer nebenberuflichen Anstellung (bis 50%) als Lehrperson an einer Berufsfachschule. Im Anschluss überreicht die PH Zürich das vom SBFI eidgenössisch anerkannte Lehrdiplom für den berufskundlichen Unterricht an Berufsfachschulen im Nebenberuf.

 

Grundkompetenzen am Arbeitsplatz fördern

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28. Juni 2021 / Céline Camenzind

Im Rahmen eines Kulturprojekts im Alterszentrum Bürgerasyl-Pfrundhaus durfte die EB Zürich die Mitarbeitenden des Hotellerieteams zwischen dem 26. März und dem 8. Juni an insgesamt 15 Nachmittagen coachen. Ziel des Auftrags war die Zusammenstellung einer Präsentation der Heimatländer der Mitarbeitenden.

Grundkompetenzen am Arbeitsplatz
Kulturfest im Alterszentrum Bürgerasyl-Pfrundhaus
© Fotografie Céline Camenzind

Die Kursleiterin Christine Hintermann hat auf Anfrage von Nora Kindler, Geschäftsleiterin Grundkompetenzen, das Coaching seitens der EB Zürich übernommen. Die Coachingeinheiten wurden von ihr in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase lernten sich die Gruppen besser kennen und verfassten persönliche Texte zu ihren Herkunftsländern. In der zweiten Phase planten und gestalteten sie zusammen ein Kulturfest im Alterszentrum. Sie besprachen Spezialitäten, Gegenstände und Dekorationen, schrieben dazu Kärtchen für die Stände und übten mit Dialogen das Sprechen über die Gegenstände, Essen und Getränke. Zusammen mit den entsprechenden Mitarbeitenden bereitete Christine auch die Ansagen für Musik und Tanz am Fest vor.

Christine engagiert sich seit 30 Jahren an der EB Zürich als Kursleiterin – früher in Sprachkursen und heute im Bereich Berufliche Zukunft und Grundkompetenzen. Das Projekt wurde vom Mittel- und Berufsbildungsamt finanziell unterstützt. Mehr dazu im Interview mit Sabine Saxer, Leitung Hotellerie im Alterszentrum Bürgerasyl-Pfrundhaus.

Interview mit Sabine Saxer

Worum ging es beim Projekt «Präsentationen Herkunftsland»?

«Es war eines der Jahresziele 2021 des Hotellerieteams. Nach dem schwierigen 2020 mit Lockdown konnten viele der Mitarbeitenden nicht in ihre Heimatländer reisen. So haben wir beschlossen die Welt zu uns zu holen. Davon sollten alle profitieren; die Bewohnenden sowie die Mitarbeitenden.»

Grundkompetenzen am Arbeitsplatz

Wie sah diese Präsentation aus?

«An einem internen Fest konnten die Bewohnenden die Speisen und Getränke der Heimatländer unserer Mitarbeitenden probieren. Diese haben Gegenstände aus der Heimat mitgenommen und sich traditionell angezogen. Eine Mitarbeiterin hat an diesem Tag sogar ihr Hochzeitskleid getragen! In einer Broschüre konnten die Bewohnenden mehr über die Herkunft unserer Mitarbeitenden erfahren.»

Grundkompetenzen am Arbeitsplatz

Warum haben Sie die EB Zürich als Partnerin für dieses Projekt ausgewählt?

«Wir haben einen Lernenden in der Integrationsvorlehre. Dieser besucht Kurse an der EB Zürich. Über den Klassenlehrer Xavier Molina, der sich sehr engagiert für unseren Lernenden, bin ich an Nora Kindler gelangt. Nora ist die Leiterin Grundkompetenzen und hat die Coachings mit Christine Hintermann für uns organisiert.»

Hatten Sie bei Ihrer Anfrage bereits konkrete Vorstellungen zu Inhalt und Ablauf der Coachings?

«Wir stellten uns einen Austausch in der Gruppe mit einem schriftlichen Teil vor, sowie die Präsentation der Heimatländer an einem Abschlussfest. Die konkrete Umsetzung ist durch die Zusammenarbeit und Weiterentwicklung des Projekts mit Christine entstanden.»

Grundkompetenzen am Arbeitsplatz

Wie hat die EB Zürich diese Vorstellungen umgesetzt?

«Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Der Inhalt der Broschüre war alleine die Idee von Christine. Dazu hatte ich keine konkrete Vorstellung. Ebenso die Planung der Präsentation am Fest. Wir konnten von ihrer Kreativität und ihrem grossen Erfahrungsschatz profitieren.»

Grundkompetenzen am Arbeitsplatz

Gab es spezielle Herausforderungen?

«Die Niveaus in den Gruppen waren sehr unterschiedlich – eine weitere Herausforderung. Auch brauchte es viel Einfühlungsvermögen, um in kurzer Zeit die Mitarbeitenden kennenzulernen und sie gezielt zu fördern.»

Das Coaching ging über mehrere Wochen – musste nach ersten Rückmeldungen etwas am Konzept geändert werden?

«Christine hat mich per Mail auf dem Laufenden gehalten und wir haben uns persönlich ca. alle zwei bis drei Wochen kurz vor dem Unterricht getroffen. Wir konnten alles wie geplant umsetzten und die Details in persönlichen Gesprächen, Telefonaten oder per Mail unkompliziert besprechen. Christine ist mit Fragen sofort und direkt an mich gelangt. Das habe ich sehr geschätzt und hat viel zum grossartigen Erfolg des Projekts beigetragen.»

 

ADHS und ASS: Beeinträchtigungen bei Berufslernenden

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14. Juni 2021 / Jürgen Deininger

Eine von 20 Personen in der Schweiz ist von ADHS betroffen, darunter auch Berufslernende. Rebekka Pfister Hellrigl, Fachperson Autismus und selbständige Beraterin, gab im Online-Kurs «Autismus und ADHS im Ausbildungsalltag» einen Einblick in diese neurologisch bedingte Wesensart. Im Interview erklärt sie, wie sich diese Beeinträchtigungen äussern und wie Verantwortliche in der Berufsbildung mit Betroffenen in der Ausbildung umgehen können.

Online-Kurs ADHS und Autismus

Was versteht man unter Autismus-Spektrum-Störungen und ADHS?

ASS (d.h. Autismus-Spektrum-Störungen) und ADHS (d.h. Aufmerksamkeitsdefizit-/
Hyperaktivitätsstörung ) werden beide der Kategorie der Entwicklungsstörungen zugerechnet. Ich selber spreche lieber von einer neurologisch bedingt speziellen Wesensart. D.h. Gehirne von Menschen mit einer ASS oder einer ADHS unterscheiden sich von denjenigen anderer Menschen. Dies zeigt sich vor allem in der Wahrnehmungsverarbeitung, im Denk- und Lernstil, im Sozialverhalten und in der Kommunikation. Heute geht man davon aus, dass 1 – 2 % aller Menschen von einer ASS und ca. 5% von einer ADHS betroffen sind.

Wie äussern sich diese im Alltag von betroffenen Jugendlichen bzw. bei ihrer Ausbildung?

Anzeichen für eine ADHS sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Im Arbeitsalltag treffen wir häufig auf Flüchtigkeitsfehler und auf die Schwierigkeit, sich selbst organisieren zu können. Jugendliche mit ADHS können chaotisch und sprunghaft wirken, sind aber häufig überdurchschnittlich kreativ, begeisterungsfähig und hilfsbereit. Lernende mit ASS tun sich schwer mit Veränderungen und brauchen sehr viel Struktur und je nach Reizoffenheit auch Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Pausen müssen je nachdem individuell geregelt werden. Autistische Jugendliche sind typischerweise ehrlich, zuverlässig und haben eine grosse Merkfähigkeit.

Welche Art von Betreuung benötigen von ADHS/ASS-betroffene Berufslernende?

Es kann eine Herausforderung sein, Jugendliche mit ihren Besonderheiten zu begleiten. So wird beispielsweise das Thema Selbstorganisation mehr Zeit und Einführung brauchen als bei anderen Lernenden. Im Ausbildungsalltag ist es wichtig, dass kurze Arbeitsschritte instruiert und nicht zu viele Aufträge auf einmal erteilt werden. Übersichtliche und schriftlich formulierte Aufträge führen eher zum Ziel.
Wichtig ist aber nebst allen Anpassungen, den Fokus auf die Stärken zu legen und die Lernenden immer wieder zu ermutigen, die anstehenden Herausforderungen anzunehmen.
Der wichtigste Erfolgsfaktor, ob ein Berufseinstieg gelingt oder nicht, ist sicher die Beziehungsqualität zwischen der Ausbildungsperson und dem/der Lernenden. Um sich dafür die Zeit nehmen zu können, müssen Betriebe entsprechende Zeitgefässe zur Verfügung stellen.

Was bedeutet dies für die Ausbildung von Berufsbildungsverantwortlichen?

Es ist von Vorteil, wenn die Praxis-Ausbilderinnen und Berufsbildner über ein Grundwissen betreffend ASS bzw. ADHS verfügen. Zudem ist es häufig entlastend, wenn ein Jobcoach hinzugezogen werden kann, der sich um die Strukturanpassungen kümmert und immer wieder neu beurteilen kann, wo und ob überhaupt Unterstützung nötig ist. Denn ein zu grosser Schonraum kann die Lernmotivation auch verringern. Deshalb sind sich auch Fachpersonen einig, dass nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich gestützt werden sollte.

Statements von Teilnehmenden: Welche neuen Erkenntnisse nehmen Sie mit aus dem Online-Kurs?

- «Wie ich besser den Alltag der ADHS- oder ASS-Lernenden gestalten kann»
- «Dass es verschiedene Stellen gibt, wo ich als Ausbilderin Informationen beschaffen und mir Unterstützung holen kann»
- «Viele neue Erkenntnisse … und dass ich am Thema dranbleiben möchte»
- «Was für Chancen und Herausforderungen wir mit unserem zukünftigen Lernenden erleben werden»
- «Welches Verhalten von unserem Umfeld Menschen mit Autismus und ADHS fördern kann»

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