START! Berufsbildung – neues Kursangebot für Integrationsförderung

Tags: Angebot

1. November 2019 / Redaktion

Der Kanton Zürich baut mit dem neuen Angebot START! Berufsbildung die Integrationsförderung aus. Joy Kramer von der kantonalen Fachstelle Integration erläutert, weshalb es dieses zusätzliche Integrationsangebot für vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge braucht und wie es funktioniert. Die EB Zürich bietet dieses Angebot im Rahmen der Integrationsagenda des Kantons Zürich ab Januar 2020 an.

Start! Berufsbildung

Welche Rolle spielt das Angebot in der Strategie von Bund und Kanton?

Bund und Kantone waren sich mit der Integrationsagenda einig, dass es zentral ist, stärker in die Bildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu investieren. Das neue Angebot START! Berufsbildung ist Teil der spezifischen Integrationsförderung und bereitet vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge auf die Anforderungen und Angebote der Berufsbildung vor. Gerade geflüchtete Personen haben mehrheitlich einen höheren Integrationsförderbedarf als andere zuziehende Personen. Dies hat mit den Umständen vor, während und nach der Flucht zu tun.

Start! Berufsbildung

Häufig sind langjährige Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsunterbrüche damit verbunden. Aus diesem Grund müssen sie sich neben Deutschkenntnissen auch weitere Grundkompetenzen aneignen und brauchen für die Abklärung ihres Förderbedarfs individuelle Begleitung. Diese sogenannten Potenzialabklärungen, die mit der Integrationsagenda intensiviert werden können, sind das Kernstück der neuen gemeinsamen Förderstrategie von Bund, Kanton und Gemeinden.

«Das Ziel ist eine berufliche Grundbildung anstelle eines direkten Einstiegs in den Arbeitsmarkt.»

Ziel ist, dass das Angebot die bisherige Angebotslandschaft gut ergänzt, der Integrationsprozess früher und gezielt einsetzen kann und wenn immer möglich, eine berufliche Grundbildung dem direkten Einstieg in den Arbeitsmarkt vorgezogen wird – ganz im Sinne der Integrationsagenda des Kantons Zürich. Das Angebot entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Jugend und Berufsberatung, dem MBA und der kantonalen Fachstelle Integration.

Zielpublikum: Für welche Zielgruppe ist der neue Integrationsweg gedacht?

Das Angebot ist in erster Linie für vorläufig aufgenommene Personen und Flüchtlinge ab 16 Jahren gedacht, die den Einstieg in eine berufliche Grundbildung anstreben, steht aber auch Personen bis 40 Jahre offen. Die Teilnehmenden haben die Alphabetisierung im lateinischen Alphabet abgeschlossen und in ihrem Herkunftsland mindestens die Grundschule besucht.

Start! Berufsbildung

Wer profitiert von START! Berufsbildung?

Die Geflüchteten haben mit dem Bildungsangebot die Möglichkeit, sich bedarfsgerecht auf die Anforderungen der Berufsbildung vorzubereiten. Dies beinhaltet eine Begleitung im Laufbahnprozess, welche die berufliche Integration unterstützt und gemeinsam mit der teilnehmenden Person eine Planung für den Bildungsweg erarbeitet. Den geflüchteten Personen wird damit ermöglicht, stärker ihre individuellen Erfahrungen und Kompetenzen einzubringen und zu entwickeln, mit dem Ziel, rascher gesellschaftlich und wirtschaftlich teilhaben zu können. Davon profitieren letztlich alle.

Wie ist der Ablauf? Welche Stellen sind involviert?

Die fallführenden Stellen der kantonalen Asyl- und Flüchtlingsstrukturen und der Gemeinden melden die interessierten Personen direkt bei den zuständigen regionalen Berufsinformationszentren (biz) respektive beim Laufbahnzentrum der Stadt Zürich (LBZ) für eine Potenzialabklärung an. Erfüllt die Person die Anforderungen, leitet das biz oder das LBZ die Anmeldung für das Angebot START! Berufsbildung direkt an die EB Zürich weiter. Letztere nimmt sowohl mit der fallführenden Stelle als auch mit der teilnehmenden Person Kontakt auf und informiert über das weitere Vorgehen. Falls die Potenzialabklärung zu einer anderen Empfehlung führt, meldet das zuständige biz oder das LBZ dies der fallführenden Stelle.

Information und Anmeldung

START! Berufsbildung