Grundkompetenzen erlernen in der Lernstube der Caritas Zürich

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12. April 2021 / Céline Camenzind

Anfang März hat der Zürcher Kantonsrat den grosszügigen Rahmenkredit für das Programm zur Förderung der Grundkompetenzen für die nächsten vier Jahre einstimmig bewilligt und das zu Recht: rund 140’000 Personen im Kanton Zürich bereiten Lesen, Schreiben, Rechnen oder der Umgang mit Computer und Handy Mühe, obwohl sie die Volksschule in der Schweiz abgeschlossen haben. Fehlende Grundkompetenzen führen häufig dazu, vom gesellschaftlichen Leben und der Berufswelt ausgeschlossen zu werden. Seit Anfang Jahr bietet die Lernstube Altstetten – ein neues Angebot von Caritas Zürich – Betroffenen unkomplizierten Zugang zu Bildung und Lernen.


Leiterin LernLokal Bildung, Simone Gschwend, im Interview
© Céline Camenzind

Die Lernstube der Caritas Zürich schafft für Menschen, die ihre Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen oder den Umgang mit Computer und Handy verbessern möchten, neue Lernmöglichkeiten. Dabei werden sie von Lehrpersonen, Animatoren/innen und Freiwilligen unterstützt. Klassische Kurse gibt es dort nicht. Die Teilnehmenden lernen ganz individuell nach ihren eigenen Bedürfnissen und können jederzeit ein- oder aussteigen. Ausserdem bietet Caritas Zürich zu den meisten Kursen eine kostenlose Kinderbetreuung an.

Caritas Zürich ist über ihre Beratungsstellen und Projekte in Kontakt mit Betroffenen. Sie stellt – im Auftrag des Mittelschul- und Berufsbildungsamts Kanton Zürich (MBA) – den organisatorischen Rahmen für die Lernstube zur Verfügung, während die EB Zürich die didaktische Fachexpertise mitbringt. Zum einen gestalten die Lehrpersonen der EB Zürich in der Lernstube den Unterricht. Zum anderen schult die EB Zürich das Lernstubenpersonal, das die Kursteilnehmenden berät und begleitet. „Die Anforderungen an die Lehrpersonen sind sehr anspruchsvoll“, weiss Simone Gschwend, Leiterin LernLokal Bildung und zuständig für die Lernstube von Caritas Zürich. „Die Voraussetzungen und Lerninteressen der Teilnehmenden sind oft sehr unterschiedlich. Das erfordert einen grossen Rucksack an didaktischem Knowhow. Es braucht Einfühlungsvermögen, Flexibilität, aber vor allem auch fächerübergreifendes Denken“.

Fehlende Grundkompetenzen werden von unserer Gesellschaft tabuisiert. Es braucht daher in Zukunft noch einiges an Sensibilisierungsarbeit. Doch Simone Gschwend ist zuversichtlich, dass das Thema und auch die Lernstuben in Zukunft an Bekanntheit gewinnen werden: „Aufgrund der einstimmigen Annahme des grosszügigen Rahmenkredits zur Förderung von Grundkompetenzen im Kanton Zürich blicken wir optimistisch in die Zukunft. Die Zeichen für das Lernstubenangebot stehen gut“, so Gschwend.