EB Zürich – Bildungszentrum für Erwachsene

Flüchtlinge proben den Sprung in die Berufslehre

Tags: VeranstaltungenIntegrationsvorlehre

13. September 2017 / Redaktion

Für junge Flüchtlinge ist der Weg in die Arbeitswelt oftmals besonders steinig: Schulbildung und Sprachkenntnisse reichen weder für eine Festanstellung noch für eine Berufslehre aus. Es droht ein dauerhafter Abstieg in die Sozialhilfe.

Mit der einjährigen Integrationsvorlehre sollen nun motivierte Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, sich für eine Berufslehre vorzubereiten. Das vierjährige Pilotprogramm startet offiziell 2018. Es wird aber bereits seit August 2016 erfolgreich im Kanton Zürich in Zusammenarbeit mit der Logistikfirma Planzer erprobt.

Langfristige Integration in den Arbeitsmarkt

Neun junge Männer aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea erhalten in der Integrationsvorlehre erste, grundlegende Kompetenzen im Bereich der Logistik. Das mittelfristige Ziel ist der Erwerb des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses oder eine berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest. Langfristig soll auf diesem Weg ihre Integration in den Arbeitsmarkt gesichert werden.

Massimo Romano, Bereichsleiter Arbeitswelt an der EB Zürich, hat den schulischen Teil des Lehrgangs entwickelt. Am 21. März stellte er das Projekt im Rahmen der Fachtagung 2017 von Migration:Plus «K)eine Chance! Bildung und Arbeitsintegration für Jugendliche und junge Erwachsene» in Bern vor.

Ameise ist nicht gleich Ameise

Romano, der die jungen Flüchtling Berufskunde und Deutsch unterrichtet, legt grossen Wert auf einen starken Praxisbezug. So behandelt er Maschinen wie Deichselgeräte eingehend und beleuchtet die Unterschiede zwischen Fachsprache, Betriebssprache und Alltagssprache: Ein «Deichselstapler» heisst nämlich in der Logistikbranche «Ameise». Diese ist im Alltag bekanntlich ein Insekt und heisst je nach Dialekt auch mal «Ameisi».

 Beilage Bildung Zürcher Oberländer, September 2017

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